Logo
Bild
verkleinerte Darstellung Standard-Darstellung
Druckversion dieser Seite
Aktuelles


31.01.2018
Schüler werden kritische Verbraucher

Die Führung übers Gelände des Entsorgungszentrums kommt bei den Sechstklässern des Werkgymnasiums gut an. Die 48 Schülerinnen und Schüler aus zwei Klassen sind mit ihrer Klassenlehrerin Lena Pott und Klassenlehrer Matthias Pfeffer nach Mergelstetten gekommen, um sich vor Ort über Abfalltrennung, Bioabfallverwertung und die Verwertung von Elektrogeräten zu informieren. Vorab haben sich die Schüler schon mit dem im neuen Bildungsplan vorgesehenen Projekt „Materialien trennen“ beschäftigt. Und gerade außerschulische Lernorte können die Wissensvermittlung dabei gut unterstützen.  
Gut gelaunt marschiert die vielköpfige Schülerschar in zwei Gruppen übers weitläufige Gelände des Entsorgungszentrums, angeführt von zwei Mitarbeitern des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs, die hier anschaulich Umweltbildung praktizieren.
Den Schülern wird aufgezeigt, welche Wertstoffe in den zahlreich bereitgestellten Containern beim Wertstoff-Zentrum gesammelt werden. Ganz gleich, ob Handys,  Elektrogerätegroßgeräte wie Heizlüfter, Elektrorasenmäher, Fernseher, Monitore oder Spülmaschinen. Diese Wertstoffe sollen nach Möglichkeit alle wieder verwendet oder wieder verwertet werden. Ziel der Exkursion ist es, konkret zu vermitteln, dass nur auf diesem Wege nachhaltig gewirtschaftet und die Umwelt geschont wird. Denn gerade der Abbau von Rohstoffen belastet Natur und  Umwelt massiv. Recycling lässt dagegen die Abfallberge schrumpfen. Und ohne Wiederverwertung gehen viele Stoffe und Materialien unwiederbringlich verloren. Belastet wird die Umwelt aber auch durch so genannte Problemstoffe, die im Entsorgungszentrum abgegeben werden können, um umweltgerecht entsorgt zu werden. Schließlich gehören alte Autobatterien, Leuchtstoffröhren und Altöl nicht in den Restmüll, sondern sind entweder bei den Verkaufsstellen zurückzugeben oder können hier im Entsorgungszentrum dem Personal übergeben werden. Nebenbei lernten die Schüler Zusammenhänge zwischen Produktion und Konsum in ihren ökologischen Auswirkungen kennen.
Aufschlussreich war auch der Blick in die geschlossene Anlieferungshalle, wo der rohe Bioabfall von den Müllfahrzeugen abgekippt wird.  „Ärgerlich für uns bleibt aber, dass immer wieder auch Plastik, Grablichter oder Kunststoffbeutel aus den Biotonnen im Müllfahrzeug landen und diese Störstoffe aufwändig aussortiert werden müssen“, betonten Lothar Hänle und Markus Nüsseler vom Kreisabfallwirtschaftsbetrieb.

Auf den Rotteprozesses eingehend erläuterte sie den Schülern, dass nicht nur Würmer, Asseln oder Milben, sondern hier im Kompostwerk vor allem kleine Pilze und Bakterien die abgestorbenen Pflanzen verdauen und zersetzen. Und die Grünabfälle und der Bioabfall auf diesem Weg wieder zu humusreicher Erde werden. „Bei den hohen Temperaturen von bis zu 70 Grad werden im Kompostwerk auch Unkrautsamen und Krankheitserreger abgetötet. Damit keine unangenehmen Düfte entstehen, wird die Luft abgesaugt und über einen Biofilter gereinigt bevor sie durch eine Abluftkamin nach draußen kommt. Nach zwölf Wochen  sind der Grünabfall und die organischen Stoffe aus der Biotonne zu fertiger Komposterde umgewandelt.“
In dem großen überdachten Lager hinter der Rottehalle findet dann die Nachrotte statt. Die Schüler erfuhren, dass im Bioabfall Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor stecken. Und dass der erzeugte Kompost ein RAL-Qualitätsgütesiegel vorweisen kann. Auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht, schließt sich dann der natürliche Kreislauf. Die wertvollen Inhaltsstoffe des Bioabfalls ernähren neue Pflanzen, aus denen wieder Nahrungsmittel produziert werden. Der Kompost verbessert die Böden, erhöht den Humusgehalt, schützt vor Erosion und Nährstoffauswaschung und erhöht die Fähigkeit des Bodens das Wasser zu speichern. „Beispielhaft zeigt sich hier, dass Abfall wertvoll sein kann, wenn er wiederverwertbare Rohstoffe und Energie enthält.“   

Bei diesem  informativen Rundgang wurden viele Fragen der Schüler beantwortet.  Ergänzt wurde die Exkursion von einer lebendigen Diskussionsrunde im Seminarraum des Entsorgungszentrums, wobei viele Aspekte der Wiederverwendung unterschiedlichster Materialien besprochen wurden.. Etwa wie Handys umweltverträglich verwertet und umweltgerecht entsorgt werden. Denn gerade in Elektroabfällen schlummern neben Schadstoffen auch viele Wertstoffe. In ihnen stecken zahlreiche Metalle, die man wiederverwenden kann. Bilden doch Edelmetalle wie Gold, Platin, Silber zusammen mit Kupfer, Zinn und Halbleitern die Grundlage der Elektroindustrie. Und deren Verfügbarkeit ist begrenzt. Vor diesem Hintergrund ist es angezeigt, die Handys so lange und sorgsam als möglich zu nutzen. Eine Schutzhülle hilft etwa, damit es nicht so leicht beschädigt wird. Wer dennoch ein neues Handy haben möchte, sollte das ausrangierte, aber noch funktionsfähige an Freunde oder Verwandte verschenken. Letztlich sollte das Handy dann aber fach- und umweltgerecht entsorgt werden, etwa bei Mobilfunkbetreibern und Geräteherstellern, bei den kommunalen Wertstoff-Zentren oder im Rahmen von Sammelaktionen. Allerdings weisen die derzeitigen Rücknahmesysteme nur bescheidene Rücklaufquoten auf.    

Trotz aller Sortierung und Wiederverwendung sollten die Schüler aber stets darauf achten, weniger Abfall zu produzieren und umweltschädliche Artikel am besten gar nicht zu kaufen. Wichtig ist es, dass die Schüler lernen, ihr eigenes Verbraucherverhalten zu reflektieren.  Abschließend spendierte der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb noch Brezeln und Mineralwasser aus der Region, damit die Schüler nach so viel gezeigtem Lerneifer gestärkt den Heimweg antreten konnten.   



Alle Neuigkeiten lesen

Impressum/Datenschutz
Kreisabfallwirtschaftsbetrieb Heidenheim   |   Schmittenplatz 5   |   89522 Heidenheim   |   Telefon 07321 9505-0