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Aktuelles


05.10.2017
Tolle Aussicht für Gipfelstürmer

Normalerweise ist der Blick vom Rinderberg auf der stillgelegten Deponie tabu für die Öffentlichkeit. Beim Tag der offenen Tür war das jetzt anders. Das gesamte Deponiegelände stand offen. Hunderte von Besuchern konnten feiern, sich informieren und gut unterhalten. Obwohl es morgens ordentlich nieselte und stürmte, riss am Nachmittag der Besucherstrom nicht ab. Immer wieder kamen Familien, um einen Blick hinter den Zaun dieser Einrichtung zu werfen. Gleich im Eingangsbereich stand ein Zelt mit Infostand. Auf Stellwänden wurde die Geschichte der Abfallentsorgung erläutert.  Die Kinder bekamen vom Team des Kreisabfallwirtschaftsbetriebes bunte Luftballons,  konnten bei einem Fühlparcours in bereitgestellten, aber abgedeckten Eimern mittels Griffloch verschiedene Wertstoffe ertasten. Als kleines Geschenk gab‘s  zudem Mülltonnenspitzer für die Kleinen.

Die Großen drehten dagegen munter am Glücksrad, um Kuchen und Kaffee zu gewinnen. Bestaunt wurde auch der ausgestellte Fuhrpark des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs mit Unimog, LKW, Radlader, Greifer und vielem mehr.  Auf dem Weg zum Gipfel  kamen die Besucher dann an sechs Stationen samt Tafeln vorbei, wo Mitarbeiter Fragen zum Deponiegas, zum Niederschlagswasser, zur Photovoltaikanlage, zu den Abfallablagerungen, zum Aufbau der Oberflächenabdeckung oder zu den Schafen auf der Deponie beantworteten.

Ein Feiertagsausflug mit der Familie auf die Müllkippe? Vor 34 Jahren hätten sich viele Besucher wohl bei diesem Angebot nur an die Stirn getippt. Doch wissen die Bürger heute um den Stellenwert einer geordneten Abfallentsorgung. Und das Interesse an diesen Einrichtungen ist groß. Aufmerksam werden die Tafeln gelesen. Die Besucher erfahren, dass derzeit jährlich rund 260.000 Kubikmeter Deponiegas abgesaugt und an der Fackelanlage verbrannt werden. Und zwar über ein Rohrleitungssystem von 3.848 Meter Länge.  31 Gasbrunnen gibt es auf der Deponie. Die Oberflächenabdichtung sorgt dafür, dass kein Niederschlag mehr in den Deponiekörper eindringt. Die gesamte Deponieoberfläche wurde 1991 und von 2010 bis 2014 abgedichtet. Knapp 110.000 Quadratmeter. Insgesamt wurden bei der Baumaßnahme rund 370.000 Tonnen Boden- und Profilierungsmaterial verbaut. Allein 198.000 Tonnen unbelasteter Rekultivierungsboden wurde benötigt. Aufschlussreich auch, dass das Gras mit dem Abfall nicht in Berührung kommt. Grund: Die Wurzeln des Grases reichen nicht durch die eineinhalb Meter dicke Erdschicht und Oberflächenabdichtung, mit denen der Abfall abgedeckt ist. Schadstoffe können nicht mehr nach oben entweichen und werden durch das Sickerwasser nur nach unten transportiert.

Heute sind zudem 7.040 Solarmodule für die Photovoltaikanlage aufgebaut. Damit können rund 530 drei Personen- Haushalte mit Strom versorgt werden. Es gibt eine Bürgerbeteiligung mit etwa 550 Anteilen. Durch den Einsatz dieser Photovoltaikanlage werden rund tausend Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart.

„Ohne unsere versierten Deponiefachleute und den Willen zum größtmöglichen Schutz der Umwelt, wäre unser Deponie-Gelände heute nicht das, was es jetzt ist. Nämlich ein Vorzeigeprojekt für eine hervorragend gelungene Rekultivierung. Immerhin sind auf dem 10,5 Hektar großen Deponiegelände 1,84 Millionen Kubikmeter Abfall abgelagert worden. In 34 Jahren Deponiebetrieb entstand ein 55 Meter hoher Hügel. Wer sich auf den Weg zum Gipfel gemacht hat, der hat selbst sehen können,  dass der wieder begrünte Rinderberg sich jetzt wieder bestens in das schöne Landschaftsbild rund um Nattheim einfügt, “ betont Betriebsleiter Wolfgang Forner, den es freut, dass gerade viele Nattheimer Bürger auf die Deponie gekommen sind.

Auf dem informativen Weg nach oben wurden die Gäste dann bei der extra aufgebauten Berghütte vom Verein Ramensteiner e.V. bewirtet, der hierfür auch umweltgerecht das Geschirrmobil des Kreisabfallwirtschaftsbetriebes nutzte. Die zahlreichen Gipfelstürmer  konnten sich schlussendlich  von der atemberaubenden Rundumsicht ganz oben auf dem 612 Meter hohen Rinderberg überzeugen. Und wer wollte, durfte bei der dort aufgebauten Fotostation kostenlos ein Sofortbild als Erinnerungsfoto über diesen einmaligen Gipfelturm mit nach Hause nehmen.


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