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Aktuelles


05.02.2024
Abfall geht uns alle an

Die Führung übers Gelände des Entsorgungszentrums kommt bei den 20 Schülern des Schulverbunds im Heckental und ihrer Lehrerin Gabi Kaufmann gut an. Die Schüler sind mit dem Linienbus nach Mergelstetten gekommen, um sich vor Ort über Abfalltrennung, Bioabfallverwertung und die Verwertung von Elektrogeräten zu informieren. Sind doch gerade außerschulische Lernorte für die Kinder abwechslungsreiche und spannende Erfahrungswelten aus der Praxis, die eine rein schulische Wissensvermittlung gut flankieren und unterstützen. 

Gut gelaunt marschiert die vielköpfige Schülerschar übers weitläufige Gelände des Entsorgungszentrums, um hier anschaulich Umweltbildung kennenzulernen.

So wird den Schülern exemplarisch aufgezeigt, welche Wertstoffe in den zahlreich bereitgestellten Containern beim Wertstoff-Zentrum gesammelt werden. Ganz gleich, ob Handys oder Elektrogroßgeräte wie Heizlüfter, Elektrorasenmäher, Fernseher, Monitore oder Spülmaschinen. Die in den Geräten versteckten Wertstoffe sollen nach Möglichkeit alle wieder verwendet oder wieder verwertet werden.

 

Ziel der Exkursion ist es, konkret zu vermitteln, dass nur auf diesem Wege einer konsequenten Kreislaufwirtschaft nachhaltig gewirtschaftet und zugleich die Umwelt geschont wird. Denn gerade der energieintensive Abbau von Rohstoffen wie Bauxit oder Erze belastet Natur und Umwelt massiv. Gezieltes Recycling lässt dagegen die Abfallberge schrumpfen. Klar auch, dass ohne eine Wiederverwertung der ausgedienten Geräte auch viele Stoffe und Materialien unwiederbringlich verloren gehen.

Belastet wird die Umwelt aber auch durch so genannte Problemstoffe, die im Entsorgungszentrum abgegeben werden können, um umweltgerecht entsorgt zu werden. Schließlich gehören alte Autobatterien, Leuchtstoffröhren und Altöl nicht in den Restmüll, sondern diese sind entweder bei den Verkaufsstellen zurückzugeben oder können hier im Entsorgungszentrum dem Personal übergeben werden.

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Aufschlussreich ist auch immer ein Blick in die geschlossene Anlieferungshalle, wo der rohe Bioabfall von den Müllfahrzeugen abgekippt wird. „Ärgerlich für uns bleibt aber, dass immer wieder auch Plastik, Grablichter oder Kunststoffbeutel aus den Biotonnen im Müllfahrzeug landen und diese Störstoffe aufwändig aussortiert werden müssen“, betont Lothar Hänle, Umweltreferent beim Kreisabfallwirtschaftsbetrieb.

 

Auf den Rotteprozess im Biokompostwerk eingehend erläutert er den Schülern, dass hier nicht Würmer, Asseln oder Milben - wie im heimischen Kompost -, sondern fast ausschließlich Pilze und Bakterien die abgestorbenen Pflanzen und die organischen Abfälle in der vollumhausten Rottenhalle verdauen und zersetzen. Und das angelieferte Grüngut sowie die Bioabfälle aus der Biotonne auf diesem Weg schlussendlich wieder zu humusreicher Erde werden. „Bei den hohen Temperaturen von bis zu 70 Grad werden im Kompostwerk auch Unkrautsamen und Krankheitserreger abgetötet. Damit keine unangenehmen Gerüche während der Intensivrotte nach außen dringen, wird die Luft abgesaugt und über einen Biofilter gereinigt bevor sie durch eine Abluftkamin nach draußen kommt. Nach zwölf Wochen sind das Grüngut und die organischen Stoffe aus der Biotonne zu fertiger, wohlriechender Komposterde umgewandelt.“

 

In dem großen überdachten Lager hinter der Rottehalle findet dann die Nachrotte statt. Die Schüler erfahren, dass im Bioabfall Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor stecken. Und dass der erzeugte Kompost ein RAL-Qualitätsgütesiegel vorweisen kann. Auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht, schließt sich dann der natürliche Kreislauf. Die wertvollen Inhaltsstoffe des Bioabfalls ernähren neue Pflanzen, aus denen wieder Nahrungsmittel produziert werden. Der Kompost verbessert die Böden, erhöht den Humusgehalt, schützt vor Erosion und Nährstoffauswaschung und erhöht die Fähigkeit des Bodens das Wasser zu speichern. „Beispielhaft zeigt sich hier, dass Abfall sehr wohl wertvoll sein kann, wenn er wiederverwertbare Rohstoffe und Energie enthält.“  

 

Bei diesem informativen Rundgang wurden verschiedene Fragen der Schüler beantwortet.  Ergänzt wurde die Exkursion von einer Unterrichtseinheit im Seminarraum des Entsorgungszentrums, wobei etliche Aspekte der Wiederverwendung unterschiedlichster Materialien angesprochen wurden. Etwa, dass Handys umweltverträglich verwertet und umweltgerecht entsorgt werden sollten. Denn gerade in Elektroabfällen schlummern neben Schadstoffen auch viele Wertstoffe. In ihnen stecken zahlreiche Metalle, die man wiederverwenden kann. Bilden doch Edelmetalle wie Gold, Platin oder Silber zusammen mit Kupfer, Zinn und Halbleitern die Grundlage der Elektroindustrie. Und deren Verfügbarkeit ist begrenzt. Vor diesem Hintergrund ist es wünschenswert, die Handys so lange und sorgsam als möglich zu nutzen. Eine Schutzhülle hilft etwa, damit es nicht so leicht beschädigt wird. Wer dennoch ein neues Handy haben möchte, sollte das ausrangierte, aber noch funktionsfähige an Freunde oder Verwandte verschenken. Letztlich sollte das Handy dann aber fach- und umweltgerecht entsorgt werden, etwa bei Mobilfunkbetreibern und Geräteherstellern, bei den kommunalen Wertstoff-Zentren oder im Rahmen von Sammelaktionen. Allerdings weisen die derzeitigen Rücknahmesysteme derzeit noch eher bescheidene Rücklaufquoten auf.   

 

Trotz aller Sortierung und Wiederverwendung sollten die Schüler aber stets darauf achten, weniger Abfall zu produzieren und umweltschädliche Artikel am besten gar nicht zu kaufen.  Denn, je mehr wir konsumieren, desto mehr werfen wir weg. Und die meisten Abfälle enthalten Plastik, das nicht kompostierbar oder biologisch abbaubar ist. Wichtig ist es, dass die Schüler lernen, ihr eigenes Verhalten als Verbraucher zu reflektieren. Und wichtig ist auch, dass sie nicht glauben dürfen, allein nichts zu bewirken. Denn passives Abwarten ist keine Lösung und Handeln ist allemal besser als Nichtstun. „Schon kleine Schritte können große gesellschaftliche Veränderungen unterstützen. Und sei’s bei alltäglichen Umweltfragen, die einen nachhaltigen Lebensstil mit in den Blick nehmen. Oder ganz konkret die Teilnahme an der Kreisputzete, die etwa das Gelände rund ums Schulgebäude im Auge hat“, betont Hänle abschließend.  


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