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Aktuelles


09.05.2022
Teller statt Tonne

Für viele von uns ist beim Einkauf von Lebensmitteln zuvorderst der Preis und das Aussehen entscheidend. Günstig sei immer gut – meint man gemeinhin. Doch wie wertvoll unsere Lebensmittel letztlich tatsächlich sind, wird meist erst dann deutlich, wenn wir genauer hinschauen. Etwa auf die eingesetzten Ressourcen, die dabei verbraucht werden. Ackerflächen, Mutterboden, Wasser, Saatgut, Nährstoffe, aber auch Dünger, Pestizide und fossile Treibstoffe im Blick auf eingesetzte Fahrzeuge und Maschinen oder beim Transport, der Lagerung und der Verarbeitung. 

Eingeladen hatte Liselotte Haag, Schriftführerin beim Ortsverband Mergelstetten des VdK. Und 25 interessierte Gäste hörten mit Interesse den kurzweiligen Vortrag von Lothar Hänle, Umweltreferent beim Kreisabfallwirtschaftsbetrieb.

Der Zuhörerschaft wurde erläutert, dass wir zielgerichtet und sparsam mit unseren natürlichen Ressourcen umgehen sollten, damit Hunger und eine Mangelernährung weltweit nicht zu-, sondern abnehmen. Etwa 805 Millionen Menschen gelten weltweit als mangel- und unterernährt. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung ist es immer dringlicher, ausreichend sauberes Wasser und Nahrung bereitzustellen, wissend, dass beides nicht unbegrenzt verfügbar ist.  Dabei gehen weltweit etwa ein Drittel der produzierten Nahrungsmittel vom Acker auf den Teller verloren. Das sind etwa 1,3 Milliarden Tonnen. Allein in Deutschland landen jährlich rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, davon 6,7 Millionen Tonnen in privaten Haushalten. Demnach werden etwa 81 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf jährlich zu Abfall. Die Menge entspricht zwei vollen Einkaufswagen und ist rund 230 Euro wert.   

Eine wichtige Voraussetzung für einen Wandel im Sinne einer nachhaltigeren Ernährung ist das Wissen über die begrenzten Ressourcen, die eben auch den Anbau für unsere Lebensmittel betrifft. Vor diesem Hintergrund ist es nur schwer zu rechtfertigen, wenn potentiell verwertbare Lebensmittel in der Tonne statt auf dem Teller landen. Ausgerechnet das frische, für eine gesunde Ernährung wichtige Obst und Gemüse macht etwa ein Drittel der Lebensmittelabfälle von privaten Haushalten bei uns aus. Es folgen Gekochtes, Brot und Backwaren, Getränke, Milchprodukte, Fertigprodukte sowie Fisch und Fleisch.

Wer einige Regeln beachtet, kann die Menge an Lebensmittelabfällen entscheidend vermindern. Erstens eine Einkaufzettel schreiben. Zweitens hilft eine vorausschauende Planung, Und ein Blick in Kühlschrank und Vorratsregale bietet die beste Vorsorge. Drittens: wer sich Zeit lässt beim Einkaufen, also weder gehetzt noch hungrig den Laden betritt, vermeidet ebenfalls unnötige Lebensmitteleinkäufe. Viertens: Für Single Haushalte machen wiederum XXL-Sonderangebote wenig Sinn, da oftmals die Hälfte weggeworfen wird.

Wer bei einzelnen Bananen zugreift, rettet ebenfalls oft Obst, da diese meist nicht genommen werden, selbst wenn die Banane einwandfrei ist, also keinerlei Druckstellen hat. Umgekehrt schmeckt ein Apfel mit leichten Macken genauso gut wie der makellose daneben. Dasselbe gilt für krumme Gurken oder zweibeinige Möhren. Fünftens: Wer seine Lebensmittel gut und richtig lagert, also etwa angebrochene Packungen wie Mehl, Reis oder Nüsse in dicht schließende Behälter umfüllt, verhindert wiederum Schädlingsbefall. Dennoch hilft auch eine regelmäßige Kontrolle, etwa wenn sich Motten im Vorratsschrank eingenistet haben. Kartoffeln und Zwiebeln brauchen einen dunklen Ort. Brot bleibt in einer Brotbox oder einem Steinguttopf sowie als ungeschnittener Laib länger frisch. Käse am besten am Stück kaufen und in ein beschichtetes Papier einschlagen. Äpfel und Tomaten strömen Ehtylengas aus, das andere Obst- und Gemüsesorten schneller reifen lässt. Daher besser separat lagern. Geöffnete Konserven umfüllen und schnell verbrauchen.

Wichtig ist auch, dass die unterschiedlichen Kühlzonen im Kühlschrank richtig genutzt werden. Schnell verderbliche Lebensmittel sollten zudem nur für kurze Zeit aus dem Kühlschrank geholt werden. Übrigens haben Bananen, Auberginen oder Tomaten im Kühlschrank nichts zu suchen.

Klar, dass das Verbrauchsdatum immer zu beachten ist, denn dieses ist bei leicht verderblichen Produkten, wie Hackfleisch, Fisch oder Frischgeflügel streng einzuhalten. Ist es überschritten, heißt es tatsächlich ab in die Tonne. Umgekehrt ist das Mindesthaltbarkeitsdatum – MHD – kein Wegwerfdatum. Hier gilt: Was noch gut aussieht, gut riecht und gut schmeckt, kann meist noch gegessen werden. Zeigt doch das MHD lediglich an, wie lange ein Produkt mindestens seine typischen Eigenschaften behält, etwa Farbe und Konsistenz. Wer seine Reste verwertet, also etwa den halben Topf Suppe einfriert oder am nächsten Tag aufwärmt, vermeidet ebenso Abfälle. Und im Restaurant sollte man eher ´a la carte bestellen und aufs Buffet verzichten, um möglichen Abfällen vorzubeugen. Bleibt dennoch etwas übrig, kann man Reste auch einpacken lassen.  

Zu empfehlen ist fast immer regional und saisonal einzukaufen, also solche Lebensmittel, die direkt in der Umgebung angebaut werden. Sind doch hier die Transportwege und Transportzeiten kurz und die Umweltbelastungen mithin geringer. Und damit die Chancen höher, dass keine Lebensmittel verderben. Lebensmittel, die gerade Saison haben, lagern zudem nicht lange, sondern landen frisch vom Feld auf dem Teller. Wer Fleisch aus artgerechter und regionaler Haltung kauft, hilft der Umwelt und den heimischen Bauern ebenfalls. Kommt das Rindfleisch dagegen aus Südamerika sind die Umweltbelastungen hoch. Auch wenn nur das Futter für unsere heimischen Rinder, etwa Soja aus Südamerika kommt, hat das starke Auswirkungen auf Umwelt und Klima, denn dafür müssen Feuchtsavannen oder Regenwälder zugunsten von Anbauflächen weichen.

Nach dem Vortrag diskutierten die Gäste noch über unterschiedliche Entsorgungswege für Abfälle und Wertstoffe im Landkreis Heidenheim. Und zollten schlussendlich dem Kreisabfallwirtschaftsbetrieb Lob für dessen vielfältige Anstrengungen im Blick auf eine geordnete Abfallentsorgung im Landkreis Heidenheim. Und als kleine Ermunterung, unnötige Plastiktütchen zu vermeiden, gab’s für die Teilnehmer noch ein mehrfach verwendbares, waschbares Obst- und Gemüsenetz aus recyceltem Polyester.

 

 

 

 

 

 

 

 


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