ZUKUNFT – Ausgabe 2026 4 Schwerpunkt „Hallo, hinten links bitte!“ Mit geschultem Blick hat Theresia Martin erkannt, wo der Herr in seinem SUV mit dem Anhänger hinmöchte. Sie steht an diesem kalten Donnerstag Ende November an der Waage nur wenige Meter hinter der Einfahrt ins Entsorgungszentrum Mergelstetten. Das Wetter stört sie nicht: „Ich bin gern an der frischen Luft.“ An der freundlichen Frau muss jeder vorbei, der hier seinen Abfall entsorgen möchte [Bild 1]. Und das bereits seit 25 Jahren. Sie macht ihre Arbeit gern. „Das Tolle sind Leute – die, die hier arbeiten, aber auch unsere Kunden.“ Die meisten jedenfalls. 95 Prozent der Kundschaft würden den Umstand schätzen, „dass es uns hier gibt. Und die restlichen fünf Prozent? Mein Gott, solche gibt‘s überall“. Damit die Kunden wissen, wo auf dem großen Areal sie ihren Müll loswerden können, dafür gibt es Theresia Martin und ihre Kolleginnen und Kollegen. Grünschnitt, Bauschutt, Reifen, Bio-Abfälle, Glas, Kunststoff, Metall, Papier und Pappe, Holz, tragbare Schuhe und Altkleider, Restmüll sowie Elektroschrott: Eigentlich gibt es fast nichts, was hier im Entsorgungszentrum des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs Heidenheim an der Zoeppritzstraße nicht abgeliefert werden kann. Sogar die leeren Heliumbehälter vom letzten Kinderfest wird man hier umweltgerecht wieder los. Gerade bei Lösemitteln und giftigen Substanzen ist diese fachgerechte Erfassung von besonderer Bedeutung. Und wenn in Mergelstetten einer weiß, wie man mit diesen Stoffen umgeht, dann ist das Markus Nüsseler [Bild 2]. Er ist seit über 30 Jahren im Entsorgungszentrum tätig. „Eine spannende und interessante Aufgabe“, wie er sagt. Problemstoffe kompetent entsorgt Für ihn als ausgebildeten „umweltschutztechnischen Assistenten“ ist es immer wieder schön zu erleben, wenn Leute etwas abgeben wollen, von dem sie selbst nicht einmal wissen, was es ist. „Und wir können denen dann helfen, Zahlen, Daten, Fakten Tonnen an Abfall – von A wie Altfett bis S wie Schrott – wurden 2025 im Entsorgungszentrum angeliefert. Tonnen davon waren Bio- und Gartenabfälle, aus denen fast 7 000 Tonnen Kompost entstanden. umfasst das gesamte Gelände des Entsorgungszentrums – inklusive der großen Kompostanlage Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Entsorgungszentrum für die Kunden im Einsatz. Energie erzeugen die beiden Photovoltaikanlagen des Entsorgungszentrums durchschnittlich pro Jahr. > 36000 22800 6 ha 25 600 MWh Jede Zeit hat ihren Abfall. Die Veränderungen über die Jahrzehnte sieht man nicht zuletzt am Mergelstetter Entsorgungszentrum, das dieses Jahr 30 Jahre alt wird. Müll im Wandel
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