ZUKUNFT – Ausgabe 2026 5 Schwerpunkt solche Problemstoffe richtig zu entsorgen“, erläutert er. Markus Nüsseler hat in seinen drei Jahrzehnten auch die sich ändernde Zusammensetzung des Mülls erlebt. „Wir nehmen heute Abfälle an, die es vor zehn Jahren noch nicht einmal gegeben hat“, sagt er. So können Kunden jetzt auch die alten Akkus ihrer E-Bikes und E-Scooter in Mergelstetten entsorgen. Was ihn und seine Kollegen vor ganz neue Herausforderungen stellt: „Ich sehe fast jeden Monat einen Batterietyp, den ich vorher noch nie gesehen habe“. Fortbildung ist deshalb essenziell. „Denn auch gesetzlich ändert sich immer wieder etwas. Man muss stets am Ball bleiben.“ Wenn es manchmal eng wird ... An manchen Tagen – beispielsweise am Freitag oder am Samstag – geht es im Entsorgungszentrum zu wie in einem Taubenschlag. Da kann es dann schon einmal passieren, dass die Warteschlange bis auf die Zoeppritzstraße hinausreicht und die Einrichtung – und auch ihr Personal – dann an ihre Leistungsgrenze stößt. „Auch zum Monatswechsel wird es kritisch, weil die Leute da umziehen und dann ihren Abfall hier entsorgen möchten. Und natürlich spüren wir hier auch immer das Ende der Gartensaison“, erläutert Meinolf Götte, seit 1998 Betriebsleiter des Entsorgungszentrums. Theresia Martin hat deshalb eine Bitte an die Kunden des Entsorgungszentrums: „Wer es zeitlich einrichten kann, der sollte am Dienstag oder am Mittwoch seinen Abfall bei uns abliefern. Damit tut man sich und uns einen großen Gefallen“. In der Kabine bei Dominic Öxler [Bild 3] ist es an diesem Donnerstag angenehm warm, der gelernte Kfz-Mechatroniker sitzt am Steuer eines großen Radladers. Er gehört mit seinen knapp zwei Jahren Berufserfahrung im Entsorgungszentrum noch zu den „Neuen“. An ihm und seinen Tätigkeiten wird die gesamte Spannbreite an Abfallsorten deutlich, die in Mergelstetten erfasst werden. „Ich bin quasi Mädchen für alles. Wenn an der Waage [Bild 4] mal ein Personalengpass bestehen sollte, arbeite ich auch dort“, berichtet er. Seit drei Jahrzehnten erste Anlaufstelle Mal schiebt Öxler den Grünschnitt zusammen, dann komprimiert er mit der tonnenschweren Schaufel seines Radladers einen großen Stapel Kartonagen in einem Sammelcontainer. „Ich kümmere mich um alles, was so gemacht werden muss“, erläutert er. Dazu gehört auch der Außeneinsatz: „Ich fahre im gesamten Landkreis herum, repariere kaputte Mülltonnen oder tausche den Chip aus, wenn der mal nicht lesbar ist“. In diesem Jahr feiert das Entsorgungszentrum Mergelstetten übrigens einen runden Geburtstag: Seit 30 Jahren wird hier der Müll des Landkreises Heidenheim erfasst. Und so wie sich die Zusammensetzung des Abfalls in dieser Zeit verändert hat, so hat sich auch die Haltung der Menschen zu diesem Thema verändert, sagt Betriebsleiter Meinolf Götte: „Noch nie war das Bewusstsein für Abfall so groß wie heute. Da hat ein enormer Wandel stattgefunden.“ 1 2 3 4
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