ZUKUNFT – Ausgabe 2026 6 Der Praxis-Tipp Die Sammlung und Verwertung von Alttextilien steht derzeit bundesweit unter Druck. Überfüllte Container, wild abgestellte Kleidersäcke und ein wachsender Anteil nicht verwertbarer Textilien stellen Kommunen, Entsorgungsunternehmen und karitative Organisationen gleichermaßen vor große Herausforderungen. Die Ursachen für die angespannte Lage sind vielfältig: Während zum einen die Mengen steigen, nimmt andererseits die Qualität vieler Textilien ab – insbesondere durch große Mengen günstiger Importware, einen hohen Anteil an Synthetik-Fasern und den Trend zu Fast Fashion. Diese minderwertigen Kleidungsstücke sind häufig weder weiter tragbar noch recycelbar. Die Sortierung wird aufwendiger, die Verwertung schwieriger und wirtschaftlich unrentabel. Insolvenzen großer Sortierbetriebe und ein Überangebot auf dem Markt verschärfen die Situation zusätzlich. Immer mehr gemeinnützige und gewerbliche Sammler ziehen sich zurück, was zu einer Reduzierung der Sammelstellen führt – mit sichtbaren Folgen im öffentlichen Raum. Gesetzliche Vorgaben – leider oft missverstanden Seit Inkrafttreten der neuen EU-Richtlinie zum 1. Januar 2025, die eine getrennte Sammlung von Alttextilien vorschreibt, hat sich die Lage weiter verschärft. Ziel der Pflicht zur getrennten Sammlung von Alttextilien ist es, die Wiederverwertung zu stärken und die Umwelt zu entlasten. Und genau deshalb gehören nach wie vor nicht alle Textilien in den Altkleidercontainer [siehe Infobox]. Viele Menschen missverstehen die neue Regelung – oder ignorieren sie schlicht. Auch stark verschmutzte und unbrauchbare Kleidung landet in den Sammelcontainern. Die Folge: Ganze Containerladungen müssen als Restmüll entsorgt werden. Sammlung in den Wertstoff-Zentren Der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb ist als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger zur Sammlung von Altkleidern verpflichtet. Dabei hat sich das Sammelsystem in den Wertstoff-Zentren bewährt. Darüber hinaus wird in einem Pilotprojekt mit dem DRK-Kreisverband Heidenheim an Lösungen gearbeitet, um die Containerstandorte und Sammelstellen im Landkreis aufrechtzuerhalten. Appell gegen wilden Müll Ein wachsendes Problem ist das wilde Ablagern von Müll an den Altkleider-Container. Oft werden ungeeignete Textilien, Rest- und Sperrmüll und auch Elektroschrott einfach daneben abgestellt. Das verschlechtert die Wiederverwendungs- und -verwertungsqualität immens. Darüber hinaus belastet der Aufwand für die Reinigung die verantwortlichen Sammler und Gemeinden auch finanziell – und die Kosten tragen am Ende alle Bürger. Impressum Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt: Kreisabfallwirtschaftsbetrieb Heidenheim, Schmittenplatz 5, 89522 Heidenheim, Telefon 07321 9505-0, info@abfall-hdh.de – Gestaltung: cmc centrum für marketing und communication, Erchenstraße 10, Heidenheim – Druck: BAIRLE Druck & Medien GmbH, Dischingen – Bildnachweis: AdobeStock: Petra Beerhalter (3), BLKstudio (7), Bonsales (2), fadi (1), Far (9), fotoduets (3), fotomek (11), Gudellaphoto (7), hannesliese (2), Kzenon (6), lithiumphoto (6), Andrii Lysenko (12), mizina (2), sarun (3), ShapikMedia (7); René Rosin (5); alle anderen cmc oder Kreisabfallwirtschaftsbetrieb. Druckfehler und Irrtümer ausgeschlossen. Auflage 65.000. Gedruckt auf 100 % Recyclingpapier. Tipps für die Abgabe von alter Kleidung Für die Abgabe von Kleidung gelten einfache Regeln: hNur tragbare, saubere Kleidung und Schuhe dürfen in die Sammelcontainer. Eine Entscheidungshilfe ist dabei die Antwort auf folgende Frage: Würde ich die Kleidungsstücke oder Schuhe meiner besten Freundin / meinem besten Freund weitergeben / schenken oder diese im Internet anbieten? hStark verschmutzte, nasse, beschädigte, zerschlissene oder nicht mehr tragbare Kleidung oder Schuhe sowie Putzlappen gehören damit weiterhin in den Restmüll. Weitere Informationen und FAQs zur Getrenntsammlung sind abrufbar unter www.bundesumweltministerium.de hGeben Sie tragbare Altkleider in Säcken verpackt ausschließlich in die Sammelcontainer. Nehmen Sie die Säcke wieder mit, wenn die Container voll sind. Die Altkleider werden sonst unbrauchbar und das Abladen vor den Containern ist eine Illegale Müllablagerung, die zu Bußgeldern führen kann. Alttextilien nachhaltig verwerten Die getrennte Sammlung von Alttextilien ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung. Sie funktioniert aber nur, wenn alle mithelfen.
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